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Bis die Ohren klingeln!

Der Faktor Lärm kann nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen, sondern auch ihre Leistungsfähigkeit und Produktivität auf der Arbeit herabsetzen. Viele Beschäftigte fühlen sich durch die bestehende Geräuschkulisse gestört, was letztendlich auch ihr subjektives Wohlbefinden nachteilig beeinträchtigt. Aus diesen Gründen ist es unumgänglich, die vorherrschenden Geräusche zu begrenzen und folglich den passenden Lärmpegel festzusetzen, sodass die Beschäftigten ungestört und konzentriert arbeiten können. Denn nicht nur in der Produktion auch im Büro gibt es einige Lärmquellen, die sich negativ auswirken können.

Für die Arbeitsplatzgestaltung sollten akustische Objekte und Materialien einbezogen werden, um die Arbeitsproduktivität sowie das Wohlbefinden langfristig zu steigern.

 

Gefährdungen und Störfaktoren

Da das Ohr keinen natürlichen Schutzmechanismus hat – wie zum Beispiel das Auge (verkleinert die Pupille, wenn starkes Licht einfällt) – nimmt dieses durchgängig Geräusche wahr. Zwar ist der wahrgenommene Lärm nicht schädigend für das menschliche Gehör, jedoch können körperliche und psychische Auswirkungen hervorgerufen werden. Aus diesem Grund ist es von hoher Bedeutung dem Lärmpegel im Arbeitsumfeld Beachtung zu schenken.

Des Weiteren hat die Sprachverständlichkeit einen hohen Stellenwert. Hierbei ist unter anderem die Nachhallzeit (Halligkeit eines Raumes) wichtig. Entspricht diese nicht der Raumgröße, wird die sprachliche Kommunikation erschwert, was wiederum zu Stressreaktionen sowie einer verminderten Produktivität führen kann.

 

Die möglichen Auswirkungen durch zu laute oder störende Geräusche kommen in unterschiedlicher Weise zum Vorschein. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass Beschäftigte die vorherrschenden Geräusche sehr subjektiv wahrnehmen.

Unter anderem kann es zu Schlaflosigkeit, erhöhtem Blutdruck sowie einer erhöhten Herzfrequenz, Stressreaktionen und auch Nervosität oder Ärger kommen. Zudem steigen die Unfallgefahr und die Fehlerhäufigkeit an.

 

 

Nachstehend werden einige Beispiele für Geräuschquellen im Büro aufgeführt:

  • Gespräche: zum Beispiel von anderen Kollegen. Ob diese als störend eingestuft werden, hängt von den Beschäftigten individuell ab. Beispielsweise können fremde Telefonate (nicht über die Arbeit) als sehr störend empfunden werden.
  • Computer: durch seine Lüftungsgeräusche können Beeinträchtigungen hervorrufen werden
  • Drucker- oder Kopiergeräte: verursachen Geräusche
  • Telefon: Klingelgeräusche
  • Lüftungs- und Klimaanalgen: verursachen Geräusche

 

Gegenmaßnahmen

Nicht nur aufgrund der zahlreichen Störfaktoren, auch weil die Kommunikation in der Berufswelt mehr Bedeutung angenommen hat, sind Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Immer öfter wird in Großraumbüros oder offenen Bürolandschaften gearbeitet, in denen eine hohe Geräuschkulisse zu verzeichnen ist. Auch im Hinblick auf die ältere Belegschaft sollten bei der Arbeitsgestaltung und -ausstattung einige Aspekte berücksichtig werden. Folglich werden einige nützliche Tipps (DGUV, 215-443) angeführt, um den Lärmpegel zu senken sowie die geeignete Nachhallzeit einzuhalten:

 

  • Decke: schallabsorbierende Decken einsetzen, Deckensegel
  • Wände: Auskleidung mit akustisch wirksamen Materialien (geschlitzte / perforierte Paneelen), schallabsorbierenden Wandelementen (z.B. Bilder, dekorative Filzelemente)
  • Schränke: akustisch wirksam gestaltete Schrankflächen (gelochte Profile)
  • Fenster: Lamellenstores, um die Akustik zu verbessern
  • Boden: durch Teppich- oder Linoleumböden wird der Trittschall gedämmt
  • Einrichtung eines separaten Raums für Drucker- / Faxgeräte
  • Aufstellung von Abschirmungen, Trennwänden (z.B. mit Filz oder Stoff bespannt)

 

Richtlinien

Die folgende Tabelle enthält die Richtwerte für die Lärmbelastung.

 

Lärmminderungszielwerte (DGUV, 215-410)

Arbeitsbereich Lärmbelastung in dB(A)*
industrielle Arbeitsstätte < 80 dB(A)
Büroarbeit < 70 dB(A)
Tätigkeiten mit besonderer Konzentration < 55 dB(A)

* dB(A): Einheit für den Schalldruckpegel (Empfindung von Schall durch das menschliche Ohr)

 

In Bezug auf die Nachhallzeit ist das gegebene Raumvolumen zu beachten. Je größer das Volumen ist, desto länger die Nachhallzeit. Dabei ergeben sich in kleineren Räumen Nachhallzeiten von 0,5 Sekunden bei großen bis zu 0,8 Sekunden.

Beispielsweise sollte in einem Besprechungsraum mit 250 m² eine Nachhallzeit von 0,6 Sekunden gegeben sein.

 

Abschließend ist zu sagen, dass die Einhaltung dieser Richtlinien dazu führt, dass die Beschäftigten produktiver, aber auch konzentrierter sowie aufmerksamer ihre Arbeitstätigkeiten bewältigen können. Zu hohe Lärmpegel sind kontraproduktiv und sollten schnellstmöglich mit Gegenmaßnahmen eingedämmt werden.

 

Benötigen Sie weitere Informationen zu diesem Fachbereich oder Unterstützung zur Reduzierung der Lärmbelastung, dann kontaktieren Sie uns oder besuchen Sie unsere Webseite: https://ergosquad.de/

2019-07-04T10:31:48+02:00Ergosquad Event|

Wenn die Bildschirmarbeit zur Belastung wird…

Im Berufsalltag treten zahlreiche Belastungen hervor, die einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Beschäftigten nehmen. Dabei sind es nicht nur einseitige Körperhaltungen oder störende Geräusche, die eine nachteilige Wirkung erzeugen. Auch die tägliche Bildschirmarbeit löst ungünstige Folgen aus. In diesem Zusammenhang bewirken beispielsweise falsche Auflösungseinstellungen des Bildschirms (zu kleine Zeichen und Texte) hohe Beanspruchungen für die Augen der Beschäftigten.

 

Bildschirmausrichtung

 

Mit Blick auf die Bildschirmarbeit ist darauf zu achten, dass Blendungen sowie Reflexionen vermieden werden. Hierfür ist der Bildschirm rechtwinklig zur Fensterfläche anzuordnen, sodass das Sonnenlicht keine direkte Einstrahlung auf den Bildschirm und der Beschäftigte eine parallele Blickrichtung zum Fenster hat. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass die Büroausstattung (z.B. die Schrankoberfläche) keine Blendungen erzeugt, wodurch die Beschäftigten beeinträchtigt werden könnten.

Im nächsten Schritt kann mit Hilfe der Bildschirmausrichtung eine entspannte Kopfhaltung erreicht werden. Dafür wird der Bildschirm etwas nach hinten geneigt, sodass der Kopf der Beschäftigten leicht nach unten gesenkt ist und sich die Nackenmuskulatur in einem gelockerten Zustand befindet.

Die Höhe des Bildschirms ist so zu wählen, dass die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der waagerechten Sehachse liegt.

 

Bildschirmauflösungen und -abstände

 

Des Weiteren ist eine leserliche Zeichengröße sowie eine angepasste Auflösung zu verwenden, um der Ermüdung der Augenmuskulatur entgegenzuwirken. Ergänzend ist der Einsatz von einem 4K-Monitor empfehlenswert, da dieser Texte sowie Darstellungen schärfer und in optimierter Form abbilden kann. Bei der Nutzung muss allerdings einbezogen werden, dass trotz der hohen Auflösung des Monitors auch die Zeichengröße entsprechend anzugleichen ist (Vermeidung von zu kleinen Darstellungen).

In der nachstehenden Tabelle sind die empfohlenen Zeichengrößen mit den passenden Sehabständen aufgeführt.

 

Tab. 1: Sehabstände mit empfohlener Zeichenhöhe (1)

Sehabstand (in mm) Zeichenhöhe (in mm)
500 3,2 – 4,5
600 3,9 – 5,5
700 4,5 – 6,4
800 5,2 – 7,3

 

 

Vor diesem Hintergrund ist zu erwähnen, dass die Distanz zwischen den Augen und dem Bildschirm (Sehabstand) mindestens 500mm betragen sollte, wobei die Empfehlung bei 700mm liegt. Als Leitlinie eignet sich die folgende Tabelle, die für individuelle Bildschirmgrößen den passenden Sehabstand enthält.

 

Tab. 2: Bildschirmgröße mit empfohlenem Sehabstand (1)

Bildschirmdiagonale Sehabstand (in mm)
LCD CRT
13 15 500
15 17 600
17 19 700
19 21 800

 

 

Einsatz von mehreren Bildschirmen

 

Werden zur Arbeitsausführung zwei Bildschirme eingesetzt, ist die Anordnung so zu gestalten, dass der Bildschirm mit der schwerpunktmäßigen Nutzung zentral positioniert wird. Kommt es jedoch dazu, dass eine gleichzeitige Verwendung erforderlich ist, sind diese eng beieinander auszurichten.

Demzufolge ist beim Kauf der Bildschirme darauf zu achten, dass diese über einen schmalen Rahmen verfügen, damit die Kopf- und Augenbewegungen so gering wie möglich gehalten werden.

Zur optimierten Anordnung der Bildschirme, ist der Einsatz von Monitorarmen sinnvoll. Dadurch sind präzise Höhen- und Neigungseinstellungen sowie zahlreiche Veränderungen möglich, die ohne Zeitaufwand vorgenommen werden können.

 

Bildschirmarbeitsplatzbrille

 

Im Folgenden ist noch das Thema „Brille“ hervorzuheben, da oftmals die Alltagsbrille den besonderen Anforderungen am Arbeitsplatz nicht gerecht wird. Außerdem ist hinzuzufügen, dass mit steigendem Alter das Sehvermögen nachlässt. Um hier Abhilfe zu schaffen, besteht die Möglichkeit eine Bildschirmarbeitsplatzbrille zu verwenden, welche unter anderem durch den Betriebsmediziner verordnet werden kann. Beim Einsatz dieser Brille ist es wichtig, dass diese mit der Arbeitsaufgabe abgestimmt wird (z.B. Bildschirmarbeit mit Publikumsverkehr).

Letztendlich würde ein eingeschränktes Sehvermögen nämlich dazu führen, dass die Augen brennen oder tränen und vermehrt Kopf- und Nackenschmerzen auftreten.

 

Mögliche Beeinträchtigungen durch Software-Programme

 

Nicht nur die Bildschirmausrichtung und -auflösung kann zu einer Belastung werden. Auch die Software-Anwendungen, die zur Arbeitsbewältigung genutzt werden, können ungünstige Auswirkungen bei den Beschäftigten auslösen. Auftretende Störungen oder auch langes Suchen nach der passenden Anwendung führen zu einer Behinderung der Arbeit und schlussendlich zu einer Stressbelastung für den Beschäftigten. Unter anderem zeichnen sich Frustration, herabgesetzte Aufmerksamkeit sowie Langeweile als negative Folgen ab. Dementsprechend sind die Software-Programme auf die Fähigkeiten und Tätigkeiten der Beschäftigten abzustimmen, sodass eine effektive Aufgabenerledigung möglich ist und zeitliche Verzögerungen im Ablauf der Software vermieden werden.

 

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für eine fachgerechte Unterstützung im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz / Arbeitsplatzanalyse erhalten Sie auf dieser Webseite.

 

Informationen zur Arbeitsplatzausstattung finden Sie unter: https://www.adaptergonomics.com/germany/

 

 

 

Quelle:

(1) Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (Hrsg.) (2015): Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verfügbar unter https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/215-410.pdf (letzter Zugriff: 08.01.2019)

 

2019-03-15T12:10:06+02:00ErgoSquad Neuigkeiten|

Krank zur Arbeit? Besser nicht!

Ein großer Teil der Beschäftigten geht, obwohl eine akute Erkrankung vorliegt, weiterhin zur Arbeit. Aber warum? Oftmals wird dies damit begründet, dass sich während der Abwesenheit die Arbeit ansammelt und folglich bis zur Rückkehr liegen bleibt. Darüber hinaus befürchten einige Beschäftigte, dass sie ihren Arbeitsplatz nach einer längeren Krankheit verlieren könnten.

Das Phänomen „krank zur Arbeit“, welches sich auch aufgrund von psychischen Faktoren ergeben kann, wird in Europa als Präsentismus bezeichnet. Hierbei ist jedoch hervorzuheben, dass für „Präsentismus“ keine einheitliche Definition vorliegt. Dies wird damit begründet, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen, die diesen klar eingrenzen und messbar machen.

Grundsätzlich sind in den USA und Europa unterschiedliche Betrachtungsweisen für dieses Phänomen vorhanden. In den USA zählen nicht nur die Erkrankungen und psychischen Probleme zum Präsentismus, sondern auch noch weitere Faktoren, wie z.B. private / familiäre Belastungen und Lärm am Arbeitsplatz, die Einbußen in der Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter bewirken.

 

Auswirkungen von Präsentismus auf das Unternehmen

Mit Bezug auf den Präsentismus ist zu erwähnen, dass sich zwar die Arbeitsunfähigkeitstage der Unternehmen reduzieren, da der Mitarbeiter ja anwesend ist, dieser Rückgang jedoch keinen unternehmerischen Mehrwert darstellt. Ganz im Gegenteil! Auf lange Sicht gesehen, wird durch dieses Verhalten das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Zudem wird die Langzeit-Arbeitsunfähigkeit gefördert.

Mit Blick auf den wirtschaftlichen Faktor ist anzumerken, dass die durch Präsentismus entstehenden Kosten höher ausfallen als die, die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten (= Absentismus) verursacht werden. Dies wird damit begründet, dass ein erkrankter Beschäftigter eine geringere Leistungsfähigkeit sowie Arbeitsproduktivität aufweist. Demzufolge entstehen für den Beschäftigten sowie für das Unternehmen keine Vorteile. Im Falle einer Erkrankung ist es deshalb angebracht, Zuhause zu bleiben und erst nach vollständiger Genesung zurückzukehren. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass eine Ansteckung der Kollegen vermieden wird.

 

Vorbeugung von Präsentismus

Vor allem um Infektionskrankheiten entgegenzuwirken, ist es hilfreich die Stressbelastung auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren. Denn letztendlich geht eine gesteigerte Stressbelastung mit einem geschwächten Immunsystem einher, was wiederum dazu führt, dass Infektionskrankheiten, wie z.B. eine Erkältung oder eine Grippe, häufiger auftreten. Dies ist einer von vielen Gründen, wieso die Vermeidung von Stress einen hohen Stellenwert einnimmt.

Mit Bezug auf das Unternehmen, hat dieses zur Aufgabe, den Beschäftigten alle erforderlichen personellen und auch zeitlichen Ressourcen zu bieten, um eine gute Arbeitsorganisation sowie optimale Bedingungen (z.B. Büroausstattung) zu schaffen. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement leistet hierbei einen zielführenden Beitrag. In dessen Rahmen werden unter anderem Maßnahmen zur Stressreduktion sowie zur Bewegungsförderung angeboten. Zudem wird das Personalmanagement mit regelmäßigen Feedbackgesprächen in diesen Bereich integriert.

Grundsätzlich ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet (Arbeitsschutzgesetz, §5) eine Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsplatzanalyse) durchzuführen, um mögliche Risiken für die Beschäftigten herauszufiltern und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

 

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für eine fachgerechte Unterstützung im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz / Arbeitsplatzanalyse erhalten Sie unter: https://ergosquad.de/

 

Informationen zur Arbeitsplatzausstattung finden Sie unter: https://www.adaptergonomics.com/germany/

2019-03-01T12:11:07+02:00ErgoSquad Neuigkeiten|

Congratulations to all award winners!

Als Kompetenzpartner des Corporate Health Award wollten wir uns die diesjährige Konferenz und Preisverleihung in Bonn natürlich nicht entgehen lassen.

Es war ein interessanter Austausch mit Vorträgen und Workshops zur Stressprävention, Arbeit 4.0, Digitalisierung und anderen OHS Themen.

Bereits zum 9. mal wurden dieses Jahr Unternehmen in 13 Branchenkategorien für ihre herausragende Leistung im Betrieblichen Gesundheitsmangement ausgezeichnet.