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Wenn die Bildschirmarbeit zur Belastung wird…

Im Berufsalltag treten zahlreiche Belastungen hervor, die einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Beschäftigten nehmen. Dabei sind es nicht nur einseitige Körperhaltungen oder störende Geräusche, die eine nachteilige Wirkung erzeugen. Auch die tägliche Bildschirmarbeit löst ungünstige Folgen aus. In diesem Zusammenhang bewirken beispielsweise falsche Auflösungseinstellungen des Bildschirms (zu kleine Zeichen und Texte) hohe Beanspruchungen für die Augen der Beschäftigten.

 

Bildschirmausrichtung

 

Mit Blick auf die Bildschirmarbeit ist darauf zu achten, dass Blendungen sowie Reflexionen vermieden werden. Hierfür ist der Bildschirm rechtwinklig zur Fensterfläche anzuordnen, sodass das Sonnenlicht keine direkte Einstrahlung auf den Bildschirm und der Beschäftigte eine parallele Blickrichtung zum Fenster hat. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass die Büroausstattung (z.B. die Schrankoberfläche) keine Blendungen erzeugt, wodurch die Beschäftigten beeinträchtigt werden könnten.

Im nächsten Schritt kann mit Hilfe der Bildschirmausrichtung eine entspannte Kopfhaltung erreicht werden. Dafür wird der Bildschirm etwas nach hinten geneigt, sodass der Kopf der Beschäftigten leicht nach unten gesenkt ist und sich die Nackenmuskulatur in einem gelockerten Zustand befindet.

Die Höhe des Bildschirms ist so zu wählen, dass die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der waagerechten Sehachse liegt.

 

Bildschirmauflösungen und -abstände

 

Des Weiteren ist eine leserliche Zeichengröße sowie eine angepasste Auflösung zu verwenden, um der Ermüdung der Augenmuskulatur entgegenzuwirken. Ergänzend ist der Einsatz von einem 4K-Monitor empfehlenswert, da dieser Texte sowie Darstellungen schärfer und in optimierter Form abbilden kann. Bei der Nutzung muss allerdings einbezogen werden, dass trotz der hohen Auflösung des Monitors auch die Zeichengröße entsprechend anzugleichen ist (Vermeidung von zu kleinen Darstellungen).

In der nachstehenden Tabelle sind die empfohlenen Zeichengrößen mit den passenden Sehabständen aufgeführt.

 

Tab. 1: Sehabstände mit empfohlener Zeichenhöhe (1)

Sehabstand (in mm) Zeichenhöhe (in mm)
500 3,2 – 4,5
600 3,9 – 5,5
700 4,5 – 6,4
800 5,2 – 7,3

 

 

Vor diesem Hintergrund ist zu erwähnen, dass die Distanz zwischen den Augen und dem Bildschirm (Sehabstand) mindestens 500mm betragen sollte, wobei die Empfehlung bei 700mm liegt. Als Leitlinie eignet sich die folgende Tabelle, die für individuelle Bildschirmgrößen den passenden Sehabstand enthält.

 

Tab. 2: Bildschirmgröße mit empfohlenem Sehabstand (1)

Bildschirmdiagonale Sehabstand (in mm)
LCD CRT
13 15 500
15 17 600
17 19 700
19 21 800

 

 

Einsatz von mehreren Bildschirmen

 

Werden zur Arbeitsausführung zwei Bildschirme eingesetzt, ist die Anordnung so zu gestalten, dass der Bildschirm mit der schwerpunktmäßigen Nutzung zentral positioniert wird. Kommt es jedoch dazu, dass eine gleichzeitige Verwendung erforderlich ist, sind diese eng beieinander auszurichten.

Demzufolge ist beim Kauf der Bildschirme darauf zu achten, dass diese über einen schmalen Rahmen verfügen, damit die Kopf- und Augenbewegungen so gering wie möglich gehalten werden.

Zur optimierten Anordnung der Bildschirme, ist der Einsatz von Monitorarmen sinnvoll. Dadurch sind präzise Höhen- und Neigungseinstellungen sowie zahlreiche Veränderungen möglich, die ohne Zeitaufwand vorgenommen werden können.

 

Bildschirmarbeitsplatzbrille

 

Im Folgenden ist noch das Thema „Brille“ hervorzuheben, da oftmals die Alltagsbrille den besonderen Anforderungen am Arbeitsplatz nicht gerecht wird. Außerdem ist hinzuzufügen, dass mit steigendem Alter das Sehvermögen nachlässt. Um hier Abhilfe zu schaffen, besteht die Möglichkeit eine Bildschirmarbeitsplatzbrille zu verwenden, welche unter anderem durch den Betriebsmediziner verordnet werden kann. Beim Einsatz dieser Brille ist es wichtig, dass diese mit der Arbeitsaufgabe abgestimmt wird (z.B. Bildschirmarbeit mit Publikumsverkehr).

Letztendlich würde ein eingeschränktes Sehvermögen nämlich dazu führen, dass die Augen brennen oder tränen und vermehrt Kopf- und Nackenschmerzen auftreten.

 

Mögliche Beeinträchtigungen durch Software-Programme

 

Nicht nur die Bildschirmausrichtung und -auflösung kann zu einer Belastung werden. Auch die Software-Anwendungen, die zur Arbeitsbewältigung genutzt werden, können ungünstige Auswirkungen bei den Beschäftigten auslösen. Auftretende Störungen oder auch langes Suchen nach der passenden Anwendung führen zu einer Behinderung der Arbeit und schlussendlich zu einer Stressbelastung für den Beschäftigten. Unter anderem zeichnen sich Frustration, herabgesetzte Aufmerksamkeit sowie Langeweile als negative Folgen ab. Dementsprechend sind die Software-Programme auf die Fähigkeiten und Tätigkeiten der Beschäftigten abzustimmen, sodass eine effektive Aufgabenerledigung möglich ist und zeitliche Verzögerungen im Ablauf der Software vermieden werden.

 

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für eine fachgerechte Unterstützung im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz / Arbeitsplatzanalyse erhalten Sie auf dieser Webseite.

 

Informationen zur Arbeitsplatzausstattung finden Sie unter: https://www.adaptergonomics.com/germany/

 

 

 

Quelle:

(1) Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (Hrsg.) (2015): Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verfügbar unter https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/215-410.pdf (letzter Zugriff: 08.01.2019)

 

2019-03-15T12:10:06+02:00ErgoSquad Neuigkeiten|

Krank zur Arbeit? Besser nicht!

Ein großer Teil der Beschäftigten geht, obwohl eine akute Erkrankung vorliegt, weiterhin zur Arbeit. Aber warum? Oftmals wird dies damit begründet, dass sich während der Abwesenheit die Arbeit ansammelt und folglich bis zur Rückkehr liegen bleibt. Darüber hinaus befürchten einige Beschäftigte, dass sie ihren Arbeitsplatz nach einer längeren Krankheit verlieren könnten.

Das Phänomen „krank zur Arbeit“, welches sich auch aufgrund von psychischen Faktoren ergeben kann, wird in Europa als Präsentismus bezeichnet. Hierbei ist jedoch hervorzuheben, dass für „Präsentismus“ keine einheitliche Definition vorliegt. Dies wird damit begründet, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen, die diesen klar eingrenzen und messbar machen.

Grundsätzlich sind in den USA und Europa unterschiedliche Betrachtungsweisen für dieses Phänomen vorhanden. In den USA zählen nicht nur die Erkrankungen und psychischen Probleme zum Präsentismus, sondern auch noch weitere Faktoren, wie z.B. private / familiäre Belastungen und Lärm am Arbeitsplatz, die Einbußen in der Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter bewirken.

 

Auswirkungen von Präsentismus auf das Unternehmen

Mit Bezug auf den Präsentismus ist zu erwähnen, dass sich zwar die Arbeitsunfähigkeitstage der Unternehmen reduzieren, da der Mitarbeiter ja anwesend ist, dieser Rückgang jedoch keinen unternehmerischen Mehrwert darstellt. Ganz im Gegenteil! Auf lange Sicht gesehen, wird durch dieses Verhalten das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Zudem wird die Langzeit-Arbeitsunfähigkeit gefördert.

Mit Blick auf den wirtschaftlichen Faktor ist anzumerken, dass die durch Präsentismus entstehenden Kosten höher ausfallen als die, die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten (= Absentismus) verursacht werden. Dies wird damit begründet, dass ein erkrankter Beschäftigter eine geringere Leistungsfähigkeit sowie Arbeitsproduktivität aufweist. Demzufolge entstehen für den Beschäftigten sowie für das Unternehmen keine Vorteile. Im Falle einer Erkrankung ist es deshalb angebracht, Zuhause zu bleiben und erst nach vollständiger Genesung zurückzukehren. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass eine Ansteckung der Kollegen vermieden wird.

 

Vorbeugung von Präsentismus

Vor allem um Infektionskrankheiten entgegenzuwirken, ist es hilfreich die Stressbelastung auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren. Denn letztendlich geht eine gesteigerte Stressbelastung mit einem geschwächten Immunsystem einher, was wiederum dazu führt, dass Infektionskrankheiten, wie z.B. eine Erkältung oder eine Grippe, häufiger auftreten. Dies ist einer von vielen Gründen, wieso die Vermeidung von Stress einen hohen Stellenwert einnimmt.

Mit Bezug auf das Unternehmen, hat dieses zur Aufgabe, den Beschäftigten alle erforderlichen personellen und auch zeitlichen Ressourcen zu bieten, um eine gute Arbeitsorganisation sowie optimale Bedingungen (z.B. Büroausstattung) zu schaffen. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement leistet hierbei einen zielführenden Beitrag. In dessen Rahmen werden unter anderem Maßnahmen zur Stressreduktion sowie zur Bewegungsförderung angeboten. Zudem wird das Personalmanagement mit regelmäßigen Feedbackgesprächen in diesen Bereich integriert.

Grundsätzlich ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet (Arbeitsschutzgesetz, §5) eine Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsplatzanalyse) durchzuführen, um mögliche Risiken für die Beschäftigten herauszufiltern und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

 

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für eine fachgerechte Unterstützung im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz / Arbeitsplatzanalyse erhalten Sie unter: https://ergosquad.de/

 

Informationen zur Arbeitsplatzausstattung finden Sie unter: https://www.adaptergonomics.com/germany/

2019-03-01T12:11:07+02:00ErgoSquad Neuigkeiten|

Congratulations to all award winners!

Als Kompetenzpartner des Corporate Health Award wollten wir uns die diesjährige Konferenz und Preisverleihung in Bonn natürlich nicht entgehen lassen.

Es war ein interessanter Austausch mit Vorträgen und Workshops zur Stressprävention, Arbeit 4.0, Digitalisierung und anderen OHS Themen.

Bereits zum 9. mal wurden dieses Jahr Unternehmen in 13 Branchenkategorien für ihre herausragende Leistung im Betrieblichen Gesundheitsmangement ausgezeichnet.

Bewegungsmangel verursacht wirtschaftliche Folgen

Wo der Mensch früher noch Kilometer weite Strecken zu Fuß zurück legte, da verbringt er seinen Alltag heute weitestgehend sitzend. Die Gesellschaft ist geprägt von Bewegungsmangel, Stress, Termin- und Zeitdruck. Ständige Erreichbarkeit ist selbstverständlich im Zeitalter der Digitalisierung.

Als Folge klagen immer mehr Menschen über Schmerzen und Verspannungen im Schulter-Nackenbereich, Rückenschmerzen, Beschwerden der Augen, Arme, des Kopfes oder über Müdigkeit. Doch Bewegungsmangel hat nicht nur zahlreiche gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Folgen, wie Produktivitätsverlust und Brutto-Wertschöpfungsverlust.

Die Bewegungsstudie „Beweg Dich, Deutschland“ der Techniker Krankenkasse von 2016 ergab, dass Erwerbstätige im Durchschnitt 6,5 Stunden pro Tag sitzen, 21% sogar 9 Stunden und mehr. Doch zu einer überwiegend sitzenden Tätigkeit im Beruf kommt die Bewegungsarmut in der Freizeit. Rund 48% sind entweder Sportmuffel oder Antisportler.

Das Wissen, dass Beschwerden des Bewegungsapparates und hier vor allem Rückenbeschwerden die meisten Krankheitstage verursachen bewegt die Unternehmen zum Umdenken.

Es ist an der Zeit zu handeln. Entspannungstechniken, Bewegungs- und Präventionskurse oder Betriebssport sind eine Möglichkeit gegen die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Belastungen vorzugehen.

Experten raten außerdem dazu die eigene Sitzhaltung zu verändern. Denn Belastungen und Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems können bereits durch dynamisches Sitzen oder Steh-Sitz-Arbeit verringert werden. Ergonomisches Arbeiten rückt somit wieder vermehrt in den Vordergrund.

Reduzieren Sie negative Effekte wie Ermüdung, Verspannungen oder Schmerzen der Muskulatur, der Wirbelsäule oder der Bandscheiben und verbessern Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Gesundheit durch eine dynamische Arbeitshaltung.

Denken Sie um und proben Sie regelmäßig den Aufstand. Zappeln auch Sie im Sinne der Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Geschrieben von: Kathrin Schwickerath, Consultant und Präventionsbeauftragte Ergosquad GmbH

2017-11-22T10:49:17+02:00ErgoSquad Neuigkeiten|