Ein großer Teil der Beschäftigten geht, obwohl eine akute Erkrankung vorliegt, weiterhin zur Arbeit. Aber warum? Oftmals wird dies damit begründet, dass sich während der Abwesenheit die Arbeit ansammelt und folglich bis zur Rückkehr liegen bleibt. Darüber hinaus befürchten einige Beschäftigte, dass sie ihren Arbeitsplatz nach einer längeren Krankheit verlieren könnten.

Das Phänomen „krank zur Arbeit“, welches sich auch aufgrund von psychischen Faktoren ergeben kann, wird in Europa als Präsentismus bezeichnet. Hierbei ist jedoch hervorzuheben, dass für „Präsentismus“ keine einheitliche Definition vorliegt. Dies wird damit begründet, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen, die diesen klar eingrenzen und messbar machen.

Grundsätzlich sind in den USA und Europa unterschiedliche Betrachtungsweisen für dieses Phänomen vorhanden. In den USA zählen nicht nur die Erkrankungen und psychischen Probleme zum Präsentismus, sondern auch noch weitere Faktoren, wie z.B. private / familiäre Belastungen und Lärm am Arbeitsplatz, die Einbußen in der Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter bewirken.

 

Auswirkungen von Präsentismus auf das Unternehmen

Mit Bezug auf den Präsentismus ist zu erwähnen, dass sich zwar die Arbeitsunfähigkeitstage der Unternehmen reduzieren, da der Mitarbeiter ja anwesend ist, dieser Rückgang jedoch keinen unternehmerischen Mehrwert darstellt. Ganz im Gegenteil! Auf lange Sicht gesehen, wird durch dieses Verhalten das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Zudem wird die Langzeit-Arbeitsunfähigkeit gefördert.

Mit Blick auf den wirtschaftlichen Faktor ist anzumerken, dass die durch Präsentismus entstehenden Kosten höher ausfallen als die, die durch krankheitsbedingte Fehlzeiten (= Absentismus) verursacht werden. Dies wird damit begründet, dass ein erkrankter Beschäftigter eine geringere Leistungsfähigkeit sowie Arbeitsproduktivität aufweist. Demzufolge entstehen für den Beschäftigten sowie für das Unternehmen keine Vorteile. Im Falle einer Erkrankung ist es deshalb angebracht, Zuhause zu bleiben und erst nach vollständiger Genesung zurückzukehren. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass eine Ansteckung der Kollegen vermieden wird.

 

Vorbeugung von Präsentismus

Vor allem um Infektionskrankheiten entgegenzuwirken, ist es hilfreich die Stressbelastung auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren. Denn letztendlich geht eine gesteigerte Stressbelastung mit einem geschwächten Immunsystem einher, was wiederum dazu führt, dass Infektionskrankheiten, wie z.B. eine Erkältung oder eine Grippe, häufiger auftreten. Dies ist einer von vielen Gründen, wieso die Vermeidung von Stress einen hohen Stellenwert einnimmt.

Mit Bezug auf das Unternehmen, hat dieses zur Aufgabe, den Beschäftigten alle erforderlichen personellen und auch zeitlichen Ressourcen zu bieten, um eine gute Arbeitsorganisation sowie optimale Bedingungen (z.B. Büroausstattung) zu schaffen. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement leistet hierbei einen zielführenden Beitrag. In dessen Rahmen werden unter anderem Maßnahmen zur Stressreduktion sowie zur Bewegungsförderung angeboten. Zudem wird das Personalmanagement mit regelmäßigen Feedbackgesprächen in diesen Bereich integriert.

Grundsätzlich ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet (Arbeitsschutzgesetz, §5) eine Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsplatzanalyse) durchzuführen, um mögliche Risiken für die Beschäftigten herauszufiltern und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

 

Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für eine fachgerechte Unterstützung im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz / Arbeitsplatzanalyse erhalten Sie unter: https://ergosquad.de/

 

Informationen zur Arbeitsplatzausstattung finden Sie unter: https://www.adaptergonomics.com/germany/